Der Bau- und Servicehof der Gemeinde Gemünden (Felda) als Dienstleister
„Nomen est Omen“ – nichts bezeichnet den Wandel der kommunalen Betriebe deutlicher als die Veränderung der Namensgebung. Aus dem Bauhof der Gemeinde Gemünden (Felda) wurde der Bau- und Servicehof.
Hinter der Namensänderung steckt natürlich mehr. Wirtschaftlichkeit und Effizienz lauten die Forderungen, Transparenz und Wettbewerb sind das Ziel, betriebswirtschaftliche Methoden und Steuerungsinstrumente die Grundlagen und Werkzeuge anhand derer Strukturen die Abläufe im Bau- und Servicehof analysiert und damit schlussendlich optimiert werden sollen. Die Veränderungen, die daraus resultieren, erfassen den gesamten Bau- und Servicehof. Je nach Ausgangslage der Gemeinde setzen die Prozesse an unterschiedlichen Punkten an, wobei die Veränderungen, die damit einhergehen immer tief greifend und grundlegend sind. Sie erzeugen Rationalisierungs- und Leistungsdruck. Sie entfalten jedoch auch eine positive Dynamik und Selbststeuerungswirkung und sie wirken, über den Bau- und Servicehof hinaus, zurück auf die Verwaltung.
Der Bau- und Servicehof wandelt sich – vom altehrwürdigen „Hilfsbetrieb“ zum modernen Dienstleister. Diesen Wandel haben wir in Gemünden (Felda) gemeinsam initiiert und begonnen. Wir, das sind Mitarbeiter des Bau- und Servicehof und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung mit Herrn Bürgermeister Lothar Bott an der Spitze.
Selbstverständlich standen am Anfang, Fragen, Probleme und Schwierigkeiten um den Prozess in Gang zu bringen. Aber es boten sich auch Chancen und Möglichkeiten, die Mut machten, den Wandel konstruktiv und im Miteinander aller Beteiligten anzugehen.
Im Bau- und Servicehof unserer Gemeinde arbeiten heute 6 Mitarbeiter. Sie sind gelernte Bauhandwerker, Schlosser, Forstwirte, Maurer, Elektriker, und Landmaschinenmechaniker. Sie alle sind Handwerker und Dienstleiter in einem. Ihre Qualifikation, Berufserfahrung und Weiterbildung sind Voraussetzung für die Erledigung unserer Arbeitsaufträge. Sie werden je nach saisonaler Lage unterstützt von bis zu 5 Mitarbeitern, die im Rahmen einer zusätzlichen gemeinnützigen Beschäftigungsmaßnahme beim Bau- und Servicehof beschäftigt werden.
Die jährlich wiederkehrenden Arbeiten sind in ca. 65 Daueraufträgen beschrieben und festgelegt. Inhaltlich und zeitlich klar begrenzte Arbeiten erledigen wir als so genannte Einzelaufträge. Davon bearbeiten wir im Durchschnitt ca. 150 Stück pro Jahr. In diesen Aufträgen spiegelt sich unser ganzes Leistungsspektrum. In den klassischen Ver- und Entsorgungsaufgaben, wie Abwasserreinigung und Wasserversorgung sind wir genauso tätig wie im Bestattungswesen, Verkehrssicherung, Gebäudeunterhaltung, Spielplätze, Grünflächenpflege etc. Am Beispiel einer jährlich wiederkehrenden Aufgabe, wie dem Winterdienst wird deutlich, wie eng hier technische Arbeits- und logistische Dienstleistung zusammengehören. Für den Bau- und Servicehof bedeutet das mehr als nur den Räum- und Streudienst von Hand oder mit Fahrzeugen. Damit die Logistik im Ernstfall funktioniert sind Straßen und Flächen zu erfassen und die Prioritäten festzulegen. Darauf bauen sich die Räum- und Streupläne auf. Ein entsprechendes Computergestütztes Bauhofprogramm ist dabei die Grundvoraussetzung, um alle notwendigen Aufträge zu erfassen, zu dokumentieren und abzurechnen. Diese Daten aus der Leistungserfassung und Kostenberechnung sorgen für Transparenz bei der Entscheidungsfindung, sei bei der Haushaltsplanung oder bei der Budgetüberwachung. Wird nach Einsparpotentialen gesucht, dann bieten unsere Daten die Grundlage für die Entscheidungsfindung in den politischen Gremien. All das ist Dienstleistung pur und geht über unsere rein technische Arbeitsleistung weit hinaus.
Aufgabe des Betriebsleiters ist es dieses Potential transparent und bewusst zu machen, denn hier liegt die große Chance das Profil des Bau- und Servicehofes zu schärfen. Hierin liegt auch der Schlüssel für die Nutzung von Synergieeffekten.
Hier entscheidet sich, wer oder was schlussendlich effizient und wirtschaftlich ist.
Wir beim Bau- und Servicehof legen darauf großen Wert und bieten unser Know-how entsprechend an. Wir stellen unser Wissen und unsere Erfahrung in fachlichen und organisatorischen Fragen und Ausführungsdetails zur Verfügung. Dabei sind wir äußerst flexibel und in der Lage, nahezu alles aus einer Hand anzubieten. Dies ist für die Verwaltung eine sehr große Hilfe bei der Abwicklung ihrer Unterhaltungsverpflichtungen. Wir helfen mit unserer Ortskenntnis und unseren Betriebsdaten bei der schnellen Erledigung dieser Unterhaltungsverpflichtungen. Weiterhin sind Rufbereitschaften und der Einsatz von Fremdunternehmen zu koordinieren, zu überwachen und abzurechnen.
Fazit: Der Bau- und Servicehof ist ein moderner Dienstleister geworden.
Unsere Zukunft liegt darin, dies leistungsorientiert und selbstbewusst umzusetzen.
Udo Richber
Leiter des Bau- und Servicehofes
der Gemeinde Gemünden (Felda)
Das Bild zeigt die Mitarbeiter des Bau- und Servicehofes:
(v. links) Udo Richber, Armin Bast, Hubert Diehl, Wolfgang Bromm, Andreas Tschöke und Jochen Schnell-Kretschmer
