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Architektenwettbewerb für den Um- und Erweiterungsbau der KITA



Gemünden/Nieder-Gemünden (ek). Nach intensiven Vorbereitungen und einem ersten Arbeits- und Abstimmungstreffen der Sach- und der Fachpreisrichter mit den potentiellen Wettbewerbsteilnehmern im September trafen sich die stimmberechtigten Sach- und Fachpreisrichter, gemeinsam mit zugelassenen Sachverständigen (ohne Stimmrecht) vor wenigen Tagen in der Mehrzweckhalle,

Bürgermeister Bott mit dem Gewinnerplan

um die Arbeiten des Architektenwettbewerbs für den Um- und Erweiterungsbau des gemeindlichen Kindergartens „Siebenstein“ zu sichten und letztendlich zu bewerten. Mit den organisatorischen und begleitenden Arbeiten „rund um„ den von der Gemeinde ausgeschriebenen Wettbewerb war das Gießener Planungsbüro PlanES. Die Dipl.-Ingenieurinnen Elisabeth Schade und Ivonne Linne vom Büro PlanES hatten im Vorfeld die korrekte Durchführung des Wettbewerbs jederzeit im Blick. Sie präsentierten zu Beginn des ganztägigen Entscheidungstages alle abgegebenen, zugelassenen und anonymisierten Planentwürfe und erläuterten die von den Planern zusätzlich abgegebenen Ausführungen.

Zuvor hatte Bürgermeister Lothar Bott die Juryteilnehmer und die übrigen Gäste begrüßt nochmals kurz auf die Hintergründe des Wettbewerbs erinnert. Demzufolge musste auf Grund der aktuellen Entwicklung der Kinderzahlen, aber auch der gesetzlichen Vorgaben im Zusammenhang mit der Betreuung von unter 3-jährigen Kindern, sowie einer Betreuung ganztägig, verbunden mit Mittagessen und Schlafen ein neues Raumkonzept entwickelt werden. Dies führte innerhalb der Gemeinde schnell zu der Erkenntnis, dass die vorhandene Größe der Kindertagesstätte bei weitem nicht ausreicht und neue Ideen gefragt sind. Zurückgehend auf einen Beschluss der Gemeindevertretung entschied sich die Kommune letztendlich für einen Architektenwettbewerb, dessen Ergebnisse nun zu bewerten waren.

An dem Wettbewerb beteiligten sich am Ende neun Planer aus mehreren Bundesländern, die in ihren Entwürfen relativ frei waren. Lediglich einige Vorgaben wurden seitens des Auslobers (Gemeinde) gemacht. So war ein endgültiger Ausbauzustand der Kindertagesstätte mit fünf Gruppenräumen, zwei Mehrzweckräumen zuzüglich der erforderlichen Nebenräume, wie Schlaf- und Ruheräume, Toiletten, Wasch- und Wickelräume, Büro- und Sozialräume, Küche und Essraum, aber auch Abstellmöglichkeiten für Kinderwagen der Kita und von Besuchern zu entwickeln. Natürlich mussten gesetzliche Anforderungen an eine Kindertagesstätte beachtet werden, was insbesondere bei den Raumgrößen ins Gewicht fällt. Gefordert war ferner eine flexible und modulare Bauweise, die auch Platz für zukünftige Erweiterungsmöglichkeiten bietet. Sicherheitsaspekte in Hinsicht auf das Bringen und Holen der Kinder waren zu berücksichtigen, ebenso wie eine Nutzung der Parkplätze an der Mehrzweckhalle, was letztendlich eine Anbindung und Erschließung der Kindertagesstätte aus dieser Richtung favorisierte. Schließlich wurden die Nutzung alternativer Energien und ein barrierefreier Ausbau erwartet.

Da seitens der Gemeinde für das Projekt Finanzmittel aus den KIP-Programmen von Bund- und Land eingesetzt werden sollen, muss das Vorhaben insgesamt bis zum 31.12. 2020 abgeschlossen sein.

Stimmberechtigte Mitglieder der Jury waren als Fachpreisrichter die Dipl. Ingenieure und Architekten Gerd Kaut (Marburg), Monika Weber-Pahl (Darmstadt), Peter Röcker (Stuttgart) und Wolfgang Ott (Kronberg), sowie als Sachpreisrichter Bürgermeister Lothar Bott, Iris Rohrbach (Bauamt der Gemeinde) und Eckhard Kömpf, als Vertreter des Bürgermeisters. Eine beratende Funktion mit vollem Rederecht aber ohne Stimmrecht hatten Tobias Reitz (BGG-Fraktion), Veronika Krajewsky-Goralczyk (SPD-Fraktion), Jürgen Lutz (UBL-Fraktion), Nicole Schlosser (stellv. Kita-Leiterin), Uljana Stark (Kita-Personalrat), Claudia Pelinka (Fachbereich Kindertagespflege des Vogelsbergkreises), sowie Laureen Richardt (Elternbeiratsvorsitzende).

Nach insgesamt drei Bewertungsdurchgängen gab es nach intensiven Beratungen und einem konstruktiven Meinungsaustausch am Ende noch vier Entwurfsplanungen, die in die engere Wahl gekommen waren. Diese Planentwürfe wurden nun im Detail noch einmal eingehend besprochen, wobei natürlich auch die Zielvorgaben des Wettbewerbes einer genaueren Betrachtung zu unterziehen waren, um dann am Ende über eine Reihenfolge der Arbeiten entscheiden zu können. Dipl. Ingenieurin Monika Weber-Pahl konnte als Vorsitzende der sieben stimmberechtigen Preisrichter nach einem ausgiebigen Meinungsaustausch, der unter Einbeziehung auch der nicht stimmberechtigten Juroren, ein überzeugendes Ergebnis präsentieren. Die Jury hatte sich einhellig auf die Reihenfolge der Preisträger verständigt und damit ein Ergebnis festgestellt, dass sich in der fach- und sachkundigen Beurteilung sehr überzeugend darstellt. Daraus resultiert auch die am Ende einstimmige Empfehlung der stimmberechtigten Jury an die Gemeinde, die Realisierung der Baumaßnahme mit dem siegreichen Planungsbüro umzusetzen.

Mit Abstand Sieger des Architektenwettbewerbes wurde die Arbeit vom Büro Schmidt & Strack, Architekten, Alsfeld. Die ausgelobte Siegprämie beträgt 5.100 Euro. Danach entschied sich die Jury keinen zweiten Platz zu vergeben, sondern zwei Arbeiten als Drittplatzierte einzustufen. Die jeweiligen Verfasser, das Architektenbüro Beckmann und Frech, Frankfurt, sowie das Architekturbüro Bau Eins, Kaiserslautern, erhalten je 3.187,50 €. Schließlich bekommt die Arbeit vom Büro ghl, Architekten, Frankfurt einen Anerkennungspreis in Höhe von 1.275 €.

Wie Bürgermeister Bott mitteilte, werden die Arbeiten im Rahmen der Preisvergabe für die gesamte Bevölkerung am kommenden Donnerstag ab 16:00 Uhr im DGH von Nieder-Gemünden zu sehen sein. Die eigentliche Übergabe der Preise an die Preisträger soll demnach am gleichen Tag um 17:30 Uhr im DGH stattfinden. Da um 19:30 Uhr ebenfalls im DGH die letzte Gemeindevertretersitzung des laufenden Jahres ansteht, besteht auch für die kommunalen Entscheidungsträger die Möglichkeit sich über die Architektenbeiträge insgesamt zu informieren. Schließlich wird die komplexe Thematik auch im Rahmen der Parlamentssitzung nochmal die kommunalen Entscheidungsträger beschäftigen. (Fotos: ek).