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Ehringshäuser Laienschauspieler begeistern mit "Dinner for One"



Gemünden/Ehringshausen (ek). Eine grandiose Premiere erlebten die Zuschauer am späten Silvesternachmittag anlässlich von zwei Aufführungen des Kultklassikers „Dinner for one“ (nach einer Übersetzung von Matthias Dorn) auf der Bühne der Theaterklause.

Die Bilder zeigen Szenenausschnitte mit sehr unterschiedlichen und immer wieder spannenden Gesichtsausdrücken (Fotos: ek).

Die örtliche Laienspielgruppe, so die Vorsitzende Manuela Hohl zur Begrüßung der Gäste, habe bekanntlich zwei große Events im Laufe eines Jahres für die Zuschauer im Angebot. Zum einen seien dies seit einigen Jahren die Aufführungen des Jugendtheaters in der Jahresmitte, zum anderen seit vielen Jahrzehnten die Lustspiel- und Komödienpräsentationen Ende November / Anfang Dezember. Man sei Stolz dem Publikum nun mit der Inszenierung des Fernsehkultklassikers zu Silvester ein weiteres Event der Laienspielgruppe vorstellen zu können.

Dass die örtliche Laienspielgruppe mit ihren Stücken in der Vergangenheit immer eine sehr gute Wahl getroffen hatte und den Geschmack des Publikums punktgenau traf wurde im Verlauf dieser aktuellen Inszenierung einmal mehr deutlich. Sowohl die Inszenierung insgesamt, als auch das Bühnenbild, die Rollenbesetzung dieses berühmten zwei Personenstückes und insbesondere natürlich auch die Umsetzung der Charaktere im Stück selbst unterstrichen einmal mehr die besondere Klasse, mit der die Ehringshäuser Laienspielgruppe ihr Publikum zu begeistern versteht. Kaum jemand kennt den Klassiker „Dinner for one“ nicht und allein aus dieser Tatsache heraus ist es besonders anspruchsvoll und erfordert viel Disziplin, viel schauspielerisches Talent und Umsetzungsvermögen, einen solchen Klassiker treffend auf die Bühne zu bringen. Mit Dunja Werneburg als Miss Sophie und Thomas Tomaschewski als Butler James hatten sich zwei sehr erfahrene Darsteller gefunden, die ihre Rollen perfekt verinnerlicht hatten und so in der Lage waren dem Publikum das Gefühl zu vermitteln mitten im Geschehen zu sein.  

1948 wurde das Stück in einem Londoner Theater uraufgeführt, erzielte damals bei den Engländern aber nicht den Status, den das Stück später in Deutschland erreichte. 1963 konnten es die Zuschauer erstmals im deutschen Fernsehen verfolgen, nachdem es der NDR mit den bis heute unvergessenen Darstellern produziert hatte. Im Verlauf der Jahrzehnte erlangte das Stück Kultstatus, wurde zum Jahreswechsel „Pflichtprogramm“ und wird bis heute in den meisten dritten Programmen zum Teil mehrfach an Silvester ausgestrahlt. Neuere Produktionen in Dialektversionen haben aber nie dem Original „das Wasser reichen“ können.

Die Inszenierung der Ehringshäuser Laienspielgruppe war ganz nah am Original, hatte alle Elemente dieser berühmten Geburtstagsfeier von Miss Sophie, die mit Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr Pommeroy und Mr Winterbottom alljährlich ihren Geburtstag feiert und dies natürlich auch zu ihrem 90. Ehrentag tut. Dumm eben, das sie ihre Gäste inzwischen alle überlebt hat und daher ihr treuer Buttler James die Rolle jedes einzelnen der Geburtstagsgäste übernehmen muss. Zum 4-Gängemenü mit Suppe, Fisch, Huhn und Obst werden standesgemäß Sherry, Weißwein, Champagner und Portwein serviert, eine echte Herausforderung für James, der zusehends Probleme mit der Koordination bekommt. Aus dieser dadurch entstehenden Komik, bei der man eigentlich schon die nächste Szene kennt und darauf wartet und dann trotzdem herzhaft darüber lachen kann, bezieht das Stück seine Besonderheit und seinen speziellen Charme.

Die Mimik und Gestik, der Gesichtsausdruck und damit die treffende Wiedergabe der zu verkörpernden Charaktere gelang den beiden Protagonisten in jeder Sekunde des Stückes. Dies unterstrich anlässlich der zwei, bereits im Vorfeld restlos ausverkauften Aufführungen, das Publikum mit spontanem Applaus ebenso, wie am Ende mit stehenden Ovationen und Rufen der Begeisterung. Zum Gelingen der beiden Aufführungen trugen neben den beiden genannten Darstellern und vielen fleißigen Helfern im Hintergrund noch Winfried Keßler und Thomas Tomaschewski für die Bühnengestaltung, Gerhard Spahr für die Technik, Ulrike Tomaschewski für die Maske, sowie Manuela Hohl für die Frisuren und Monika Keßler für die Bühnendeco bei.

Bereits im Vorfeld der beiden Aufführungen hatte die Laienspielgruppe bekannt gegeben, dass die gesamten Einnahmen und zusätzliche Spenden dem Verein „Kinderherzen heilen eV, Eltern herzkranker Kinder, Gießen“, zur Verfügung gestellt werden soll. Die entsprechende Übergabe wird zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, so die Vorsitzende auf Nachfrage abschließend.