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Engländer zu Gast im Gemündener Archiv



Gemünden/Burg-Gemünden (ek). Vor wenigen Tagen hatten Mitarbeiter des Gemeindearchivs Besuch aus England. Das Ehepaar Margret und John Adams hatte die lange Reise von Brighton auf sich genommen, um in Gemünden nach einem Vorfahren zu recherchieren.

Das Bild zeigt von links: Ehepaar Adams aus England, rechts Ulrich Kratz vom Gemeindearchiv bei der Suche nach dem Vorfahren. Bild: (R. Albert)

Frau Adams Vorfahre war Deutscher, der 1836 nach England ausgewandert war, dort geheiratet und sich aus einfachsten Verhältnissen eine Existenz aufgebaut hatte.

Schon in England hatte ein Internetrechercheur ein Gutachten im Auftrag der Familie erstellt, dessen Spur nach Burg-Gemünden führte. John Adams fragte sich daraufhin zunächst telefonisch durch und landete schließlich bei Roland Albert, der sich der Sache annahm. Verblüffender Weise waren alle Daten tatsächlich mit denen eines Ortsbürgers aus Burg-Gemünden identisch und sogar das Taufdatum stimmte genau. Das einzige Problem in dieser Sache war der Umstand, dass dieser Mann auf Grund vorhandener Unterlagen auch in Burg-Gemünden verstorben war und somit keine englische Familie gegründet haben konnte.

Die Enttäuschung über das Ergebnis war bei den Gästen aus England natürlich groß, da man wahrscheinlich einer Firma aufgesessen war, die auf schnelles Geld aus war und ihre Recherchen augenscheinlich recht schlampig durchgeführt hatte. Ein weiteres Indiz dafür, dass das gleiche Gutachten mit den Daten aus Burg-Gemünden plötzlich auf Gemünden/Wohra hinwies. Eine wichtige Erkenntnis aus dieser Recherche, die vor Ort erst das richtige Ergebnis brachte, so Betonte Roland Albert, auch in diesem Bereich gilt: Vorsicht vor „seriös scheinenden, augenscheinlich sehr preiswerten Internetofferten“.

Ulrich Kratz vom Gemeindearchiv Gemünden recherchierte in seinen umfangreichen Familiendatensätzen aus der hiesigen Gegend und fand auch tatsächlich noch einige Namensvettern, die aber alle nicht zutreffen konnten. Daneben führten auch die Passagierlisten der Schiffe, die die Auswanderer im 19. Jahrhundert beförderten, zu keinen weitergehenden Erkenntnissen.  

Nach dreistündiger Arbeit mussten die ehrenamtlichen Archivmitarbeiter schließlich feststellen, dass man in diesem Fall nicht weiterhelfen konnte. Das englische Ehepaar bereute es dennoch nicht nach Burg-Gemünden gekommen zu sein, gefiel ihnen doch die reizvolle Landschaft und die vielfältige Natur, die gerade im Frühjahr ihre besonderen Reize hat, wie die Gäste betonten. 

Das Bild zeigt von links: Ehepaar Adams aus England, rechts Ulrich Kratz vom Gemeindearchiv bei der Suche nach dem Vorfahren.

Bild: (R. Albert)