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Heinzemanntour - 1. offene Wanderung auf festgelegter Route



Gemünden/Ehringshausen (ek). An der ersten offenen Wanderung auf der Heinzemanntour nahmen am Samstag bei optimalem Wanderwetter annähernd 40 interessierte Bürger teil. Mit dabei Karl-Heinz Zobich vom Nabu,

sowie Jörg Diegel und Dunja Werneburg, die vor Beginn der Wanderung ihre Beweggründe erläuterten einen solchen Wanderweg in Gemünden einzurichten. Inzwischen liegen alle Genehmigungen und schriftliche Vereinbarungen zwischen der Gemeinde, der oberen Naturschutzbehörde und Hessenforst vor, so dass die Wanderstrecke nun abschließend als festgestellt gilt und für ein überwältigendes Wandererlebnis zur Verfügung steht.

Dunja Werneburg und Jörg Diegel führten dazu aus, dass man mit diesem Engagement das Selbstbewusstsein der „Vogelsberger“ stärken wolle. Auf die Frage wo man herkomme solle nicht die leise Antwort folgen: „Zwischen Frankfurt und Kassel, direkt an der A5, da wo immer Stau ist“. Dies sei nicht mehr zeitgemäß. Man wolle andere Antworten finden und diese dann auch mit Überzeugung vertreten. Solche Antworten könnten beispielsweise sein: „Dass der Vogelsberg eine wundervolle Landschaft vorhalte, dass er seine Bewohner mit seiner Vielfalt und Schönheit mitten ins Herz getroffen habe, dass es diese wundervolle Landschaft zu zeigen gelte, dass es erstrebenswert sei die herrlichen Wälder, die Teiche, Wiesen, Basaltformen, Aussichten und Sehenswürdigkeiten zu zeigen“. Oder auch, „dass man froh sein könne, nachts mit offenem Fenster zu schlafen, dass unsere Kinder unbeschwert aus dem Haus auf die Straße gehen können, oder auch, dass man hier nur wenige Meter gehen muss, um von wundervoller Natur umgeben zu sein.“  

Den beiden Initiatoren und Wanderführer Dunja Werneburg und Jörg Diegel ist es dabei aber auch wichtig, wie sie unisono feststellten, dass man Vergangenheit bewahrt, damit sie nicht in Vergessenheit gerät und dass jüngere Generationen wieder ein Verhältnis zur Vergangenheit ihrer Heimat bekommen. Es gelte in der Vergangenheit zu blättern, damit man die Gegenwart und die Zukunft fassen und verstehen könne. Dunja Werneburg zitierte dazu mit Gerald Lohwasser einen ehemaligen Ehringshäuser, der dazu mal formuliert hatte:  „Das heutige Gesicht unserer Heimat können wir erst dann verstehen, wenn wir die Vergangenheit als Wurzel der Gegenwart erkannt haben und die historischen Bezüge zwischen diesen Zeiten herzustellen vermögen“.

Im Verlaufe der Wanderung wurde natürlich auch Geschichtliches, Geschichten, Sagen und Sehenswürdigkeiten von den beiden engagierten Ehringshäusern anschaulich erzählt. Zusätzliche Informationen gab es aus erster Hand zu dem durchwanderten Naturschutzgebiet. Karl-Heinz Zobich vom Nabu gab dabei die fach- und sachkundigen Erläuterungen zu Flora und Fauna. Er war der Anfrage zur Teilnahme an der Wanderung gerne nachgekommen, um über Hessens zweitgrößtes Naturschutzgebiet informieren zu können.

Die Wanderung selbst, insbesondere natürlich die angelegten Pfade, die durch den Wald verliefen, fanden neben den Höhepunkten der Tour viel Beifall. Viele Fragen bezogen sich dabei auch auf die abschließende Fertigstellung der Tour. Die Initiatoren machten dabei deutlich, dass geplant sei die Ausschilderung und Markierung der Tour bis Ende des Jahres abgeschlossen zu haben. Zu Beginn des kommenden Jahres sollen dann Ausstattungselemente, wie Bänke, Rastmöglichkeiten und Informationstafeln hinzukommen. Die offizielle Eröffnung der Wanderstrecke solle dann im Rahmen der Gemündener Kulturwochen im Mai 2019 erfolgen. 

Am Ende der 13,5 Kilometer langen Tour war man sich einig darüber, dass Wandern wichtig ist, um einem oft stressigen Alltag entfliehen zu können. Eine solch erholsame Wanderung durch die Natur bietet Gelegenheit für Gespräche im Rhythmus der Schritte, abseits von Hektik und Alltagsgeschehen. Sie bietet Gelegenheit den Duft von Laub, Pilzen und Moss zu riechen, fern ab von Abgasen und den Gerüchen der Zivilisation. Man begegnet dort Bäumen, die um ein Vielfaches älter sind als man selbst, man spürt den eigenen Körper und nutzt Muskeln, die im Sitzen schnell verkümmern. Eine solche Wanderung bietet Gelegenheit mal wieder eine wohltuende Stille „zu hören“ und einen Blick in die Ferne zu genießen, so eine eindrucksvolle Zusammenfassung der Initiatoren am Ende.

Am Ausgangspunkt angekommen, war man erfreut, dass das Sportheim geöffnet hatte und man frische Bratwurst und das ein oder andere kühle Getränk zum Abschluss der beeindruckenden Tour genießen konnte.