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SILEK Veranstaltung für die Landwirte

Gemünden/Nieder-Gemünden (ek). Zu einer Informationsveranstaltung im Rahmen des SILEK-Programms mit der Thematik Flurbereinigung hatten sich dieser Tage im Feuerwehrgerätehaus annähernd 40 Interessierte, darunter überwiegend Landwirte eingefunden. Bürgermeister Lothar Bott konnte zu dem Abend neben Harald Wedel vom fachbegleitenden Büro Grontmij auch vom Amt für Bodenmanagement in Fulda Hanfried Böttner und Timo Karl, sowie vom Hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation in Wiesbaden Dr. Uwe Richter und vom Amt für den ländlichen Raum beim Vogelsbergkreis Gerold Rausch begrüßen.

Zur Einführung wies Bott darauf hin, dass in den letzten Wochen zahlreiche Gerüchte und Stimmungen zum Thema Flurbereinigung die Runde gemacht haben, die zeigten, dass hier erhebliche Informationsdefizite und Ängste aufgrund von mangelnder Kenntnis über die Rahmenbedingungen heutiger Verfahren vorhanden sind. Aus diesem Grund habe die Gemeinde gemeinsam mit dem Amt für Bodenmanagement Fulda und in Abstimmung mit dem SILEK-Büro Grontmij sowie dem Amt für ländlichen Raum zu dieser Veranstaltung geladen. Man wolle damit einen wichtigen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion leisten und zugleich Missverständnisse klären. Zu der derzeit laufenden Projektgruppenarbeit im SILEK merkt er an, dass hier Vorschläge und Verbesserungsbedarf aufgezeigt werden, z.B. zur Verbesserung des Wirtschaftswegenetzes.  Die Umsetzung dieser Vorschläge werde anschließend geprüft und könne dann schrittweise umgesetzt werden. Dies würde dann allerdings nicht in einem oder zwei Jahren erfolgen, sondern erfordere, gerade beim Wegebau, längere Zeiträume.

Nach einem kurzen Überblick von Harald Wedel zum Stand des SILEK-Prozess in Gemünden berichtete Hanfried Böttner über die verschiedenen Verfahren nach dem Flurbereinigungsgesetz, den Ablauf eines Verfahrens und mögliche Maßnahmen, die in einem Verfahren umgesetzt werden können. Hierzu gehören nach seinen Worten Maßnahmen zur Verbesserung der Agrarstruktur, zur naturnahen Entwicklung von Gewässern, zum Auenschutz und zur Wasserrückhaltung, aber auch Maßnahmen zum Schutz der Natur und des Bodens, zur Verbesserung des Kleinklimas und zur Landschaftspflege, zur Verbesserung von Freizeit- und Erholungsfunktionen, sowie zur Verbesserung der (Verkehrs-) Infrastruktur. Die Kosten eines integralen Verfahrens in einer Beispielgemarkung mit 250 ha Verfahrensfläche betragen nach den Worten des Referenten bei Ausführungskosten von 2.000 € / ha insgesamt 500.000 €, bei 1.500 € /ha 375.000 €. Die Finanzierung erfolge über Zuschüsse der EU, des Bundes und des Landes Hessen sowie aus Eigenleistung / Teilnehmerbeitrag. Der Zuschuss könne in SILEK-Gemeinden bis zu 80 % betragen. Der verbleibende Eigenbeitrag von 20-30 % werde oft auch durch die Gemeinde und/oder die Jagdgenossenschaften übernommen, so dass den Eigentümern nur geringe bis keine Kosten angelastet würden. Dies sei aber jeweils im Einzelfall zu klären.

In der weiteren Folge Berichtete Dr. Uwe Richter über die Verbesserung der Flächenbewirtschaftung im Rahmen von Flurbereinigungsverfahren. Dabei zeigte er an anschaulichen Schaubildern Beispiele für Arbeits- und Kosteneinsparungen durch Veränderungen der Schlaggeometrie. So reduziert sich nach seinen Angaben der Arbeitszeitbedarf bei einer Vergrößerung der Schlaggröße von 0,5 auf 2 ha von rd. 20 auf 13-14 Akh/ha. Weitere Vergrößerungen würden weniger starke Einsparungen bringen. Bei einer beispielhaften Zusammenlegung (Schlaggröße von 2,1 auf 6,9 ha vergrößert) ergebe sich rechnerisch eine jährliche Ersparnis von 145 €/ha. Die durchschnittlichen Schlaggrößen bei Ackerflächen in den Gemündener Gemarkungen reichen von 2,7 ha/Schlag in Rülfenrod hinunter bis 1,2 ha/Schlag in Ehringshausen und Nieder-Gemünden. Bei Grünland sei die Spanne von 1,8 ha (Otterbach) bis 1,1 ha (Nieder-Gemünden). Nur 40 der insgesamt 1.200 Schläge in Gemünden haben nach den Worten von Dr. Richter eine Größe von über 5 ha. Wirtschaftliche Zielgrößen sollten Schlaggrößen von 5-10 ha und Schlaglängen von etwas 600m sein, so die Aussage des Fachmannes.

Aus der sich anschließenden Diskussion ergab sich der Hinweis, dass bei Schlagvergrößerungen  immer auch die Wasserführung zu beachten sei. Ebenso wurde darauf verwiesen, dass der Bodenschutz und die Verhinderung von Wassererosion Priorität haben sollten. Gerold Rausch machte deutlich, dass die erzielbaren Einsparungen durch Zusammenlegung sehr interessant seien. Bei einem Flächentausch in Eigenregie sei dies nur teilweise realisierbar, da hier äußere Einflüsse (Flächenverluste, Ausscheiden von Tauschpartnern) das Gebilde schnell durcheinander bringen könnten. Schließlich aus sein Hinweis, dass bei Wegen ist eine Breite von 3,50 m unbedingt notwendig sei.

Im weiteren Verlauf erläuterte Hanfried Böttner die Vor- und Nachteile verschiedener Bauweisen im ländlichen Wegebau, nannte dazu auch die unterschiedlichen Kosten und zeigt Beispiele auf. In seinen Ausführungen machte er zugleich auch deutlich, dass er den im SILEK gewählten Ansatz unterstütze, wonach kein neues „ideales“ Wegenetz zu konstruieren sei, sondern man sich vielmehr auf die vorhandenen Wege konzentrieren sollte. Mit Hilfe der SILEK-Projektgruppen könne dabei festgestellt werden, welche Wegeverbindungen besonders hohe Bedeutung für die örtlichen Landwirte und den überörtlichen Verkehr haben und wie Zustand und Ausbaubedarf einzuschätzen sei.

Bürgermeister Bott verwies noch mal ausdrücklich darauf, dass nach Abschluss der Projektarbeiten und der Vorlage eines Abschlussberichtes mit Vorschlägen unter Gewichtung nach Prioritäten durch das Planungsbüro Grontmij die Gemeindevertretung die Entscheidungskompetenz haben wird was und wann gemacht werden soll. Auch machte Bott deutlich, dass die Probleme der Wassererosion oftmals mit der Bewirtschaftung zusammenhängen, wenn beispielsweise bisherige Wiesenflächen umgeackert und dabei durchaus auch vorhandene Wege von Landwirten mit einbezogen werden, was letztendlich dann sogar dazu führt, dass die Gemeinde in einen Handlungsbedarf gezwungen wird um den ursprünglich vorhandenen Feldweg wieder herstellen zu lassen. 

Zum Abschluss der mehr als zweistündigen Veranstaltung übergab Harald Wedel den Ortslandwirten weitere Arbeitskarten mit den bisher aufgenommenen Wegebeziehungen der Gemündener Landwirte. Diese werden in den SILEK-Projektgruppen ergänzt und nach Wichtigkeit und bezüglich Zustand und Verbesserungsbedarf bewertet.

Insgesamt, darüber waren sich alle Anwesenden am Ende einig, verlief die Diskussion in einem sehr sachlichen, konstruktiven und zielführenden Rahmen. Offene Fragen und vorhandene Bedenken wurden offen angesprochen und konnten im Gespräch geklärt werden. 

Sollten bei der Umsetzung des SILEK auch Maßnahmen der Flurneuordnung für sinnvoll erachtet werden, wird darüber noch ausführlich und frühzeitig informiert, so Harald Wedel vom Büro Grontmij abschließend.

Vorbereitungstreffen der Projektgruppen

Gemünden/Nieder-Gemünden (ek). Im Beisein zahlreicher Vertreter von Fachbehörden, sowie unter reger Beteiligung von Gemündener Bürgern fand dieser Tage das Vorbereitungstreffen der Projektgruppen im laufenden SILEK-Programm im Feuerwehrgerätehaus statt. Damit geht das Programm in eine weitere wichtige Phase, an deren Ende dann eine möglichst umfassende Zusammenstellung von Projekten stehen wird, die die Entwicklung des ländlichen Raumes für Gemünden weiter voranbringen werden.

Bürgermeister Lothar Bott begrüßte zunächst die Anwesenden und erinnerte daran, dass nach Bestimmung der wichtigen Handlungsfelder für Gemünden, was im abgelaufenen Jahr erfolgreich beendet werden konnte, nun die Projektgruppen in ihre entscheidende Arbeitsphase gehen werden. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass auch weiterhin viele engagierte Bürger an der Konkretisierung dieser Themen mitarbeiten werden und in der Folge innerhalb der Projektgruppen umfassende Maßnahmenvorschläge erarbeitet werden können.

Beatrix Ollig und Harald Wedel vom Fachbüro Grontmij fassten zur Einführung die Ergebnisse aus den Arbeitstreffen des vergangenen Jahres zusammen und stellten noch einmal die Themen vor. In der weiteren Folge präsentierte Sebastian Stang (Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg) ein „Modellprojekt Heckenpflege“, welches beispielhaft für Lautertal erarbeitet worden war. Schließlich wurden die vom Fachbüro erarbeiteten Karten und Unterlagen an die Projektgruppen übergeben und auch erste konkrete Projekte besprochen, beziehungsweise in die vorhandenen Karten übertragen. Die Projektgruppen selbst werden nun in eigenständiger Arbeit in den kommenden Wochen und Monaten im Rahmen von Arbeitstreffen Vorschläge und Konzepte für Lösungsmöglichkeiten erarbeiten. Soweit erforderlich und gewünscht werden die Gruppen dabei aktiv unterstützt von dem Fachbüro Grontmij. Die derzeitige Planung sieht danach ein Informations- und Austauschtreffen vor, bei dem voraussichtlich Anfang April 2013 die Projektgruppen von ihrer Arbeit berichten und auch ausgearbeitete Vorschläge vorstellen werden.

Hingewiesen wurde ausdrücklich darauf, dass sich die Projektgruppe Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz zu einer modifizierten Gewässerbegehung zusammen mit der unteren Wasserbehörde und anderen Fachbehörden nach derzeitiger Planung im März treffen wird. Vorgesehen sei dabei, so Arnold Hacke von der unteren Wasserbehörde beim Landratsamt, je ein Termin für den Ortenröder Bach, sowie für die Felda.  Die Umsetzung von Maßnahmen an der Ohm (u.a. Umbau von Wehren), wird demzufolge von einem Gewässerberater begleitet und abgestimmt, der im Auftrag des Landes in 2013 seine Arbeit aufnehmen wird.

Sebastian Stang, Projektleiter im Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg stellte, wie eingangs beschrieben, eine Pilotstudie aus der Gemarkung Eichelhain / Lautertal für das Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg vor. Dort wurden Heckenbestände nach bestimmten Kriterien erfasst, für die nun eine nachhaltige energetische Nutzung des Holzes erprobt werden soll. Eine solche Erfassung des Heckenbestandes empfahl der Referent auch für die Gemeinde Gemünden, um so den vorhandenen Pflegeaufwand zu ermitteln, und hieraus rentable Pflegekonzepte abzuleiten. Die Kartierung des Heckenbestandes könnte eine Aufgabe für die Projektgruppe Landschaftspflege sein und soll in der Workshop-Phase mit dieser diskutiert und konkretisiert werden, so das Einvernehmen nach dem Vortrag.

Zur notwendigen Organisation der nun anstehenden Projektgruppenarbeit führten die Referenten des Fachbüros aus, dass diese Gruppen, die alle über bereits benannte Ansprechpartner innerhalb der Gemeinde verfügen, weitestgehend in Eigenregie arbeiten werden. Bei Unklarheiten, beziehungsweise bei der Klärung von auftretenden Fragen werden die Gruppen vom Fachbüro Grontmij unterstützt, welches auch die notwendigen Materialien, insbesondere in Form großflächiger und auch sehr detailgenauer Karten zur Verfügung stellt. Die Treffen selbst können in Räumlichkeiten der Gemeinde stattfinden, wie auch Bürgermeister Bott bestätigte. Händisch in Karten eingetragene Vorschläge werden in der Folge vom Fachbüro geprüft und kartographisch sowie inhaltlich und textlich aufbereitet und nochmals mit der Projektgruppe abgestimmt.

Im Anschluss an die äußerst wichtige Arbeit in den Projektgruppen folgt dann nach dem bestehenden Zeitplan eine Ausarbeitung von konkreten Projekten in Abstimmung mit der Lenkungsgruppe und den Projektgruppen, was in den Monaten April bis Juni vorgesehen ist. Schließlich steht dann für den Sommer eine Abschlussveranstaltung auf der Agenda, bei welcher die Ergebnisse vorgestellt werden, bevor man dann in die weitere Umsetzung eintreten kann.

Nach den vielfältigen Informationen und einer guten Vorbereitung kam es anlässlich der Zusammenkunft in Nieder-Gemünden bereits zu einer ersten Arbeitsrunde innerhalb der Projektgruppen. An vier Tischen im Raum verteilt lag entsprechendes Kartenmaterial aus, wobei es sich um Arbeitskarten und teilweise auch thematische Karten handelte. Dort konnten die Mitglieder der einzelnen Projektgruppen, unterstützt von den anwesenden Fachleuten, in die konkrete Arbeitsphase einsteigen und  bereits eingehend mögliche Projekte besprechen. Von diesem Angebot machten alle Anwesenden regen Gebrauch, so dass sich sehr schnell intensive und auch zielführende Gespräche entwickeln konnten. Diese Dynamik und das Engagement, so war deutlich zu spüren, sollen in die weitere Projektgruppenarbeit mitgenommen werden, so dass sich alle zuversichtlich zeigten sind den SILEK-Prozess weiter voranbringen zu können. (Fotos: ek).

 

Die Bilder entstanden an den Arbeitstischen der verschiedenen Projektgruppen, wo bereits an diesem Abend die zielführende Arbeit mit großem Engagement aufgenommen wurde.

Einladung Projektgruppen 15.01.2013

Ankündigung Arbeitskreis

Auftaktveranstaltung SILEK

Gemünden / Burg-Gemünden. (ek). Mit der Auftaktveranstaltung am Dienstagabend im DGH ist der von der Gemeinde Gemünden ins Leben gerufene SILEK-Prozess mit den Schwerpunktthemen „Agrarstruktur (incl. Landschaftspflege)“, „Freizeit und Naherholung“ sowie „Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz“ auch bei den Bürgern der Gemeinde angekommen. Hinter SILEK verbirgt sich wie bekannt ein Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept mit räumlichem und thematischem Schwerpunkt. In diesem Prozess werden Perspektiven entwickelt und konkrete Maßnahmen formuliert, die der Verbesserung der Agrarstruktur sowie der Sicherung und Weiterentwicklung der Gemeinde als Lebens-, Arbeits-, Erholungs- und Naturraum dienen.

Bürgermeister Lothar Bott eröffnete die Veranstaltung und zeigte sich erfreut über die zahlreich erschienen Bürger, die durch ihr Kommen, so der Bürgermeister weiter, ihr Interesse an der Gemeinde bekunden und sich mit ihrer Weiterentwicklung identifizieren und daran mitarbeiten wollen. Bott rief danach den vorbereitenden Workshop in Erinnerung, bei dem man bereits eine Auswahl an Themenbereichen und Ideen zusammengetragen hatte.

In der Folge übergab er an Matthias Kohlhammer, den Leiter des Amtes für Bodenmanagement aus Fulda. Seine Behörde begleitet das SILEK-Programm im Auftrag des Landes Hessen. Er betonte, dass Gemünden derzeit die zweite Gemeinde im Zuständigkeitsbereich seiner Behörde sei, die sich das SILEK-Programm zu Eigen gemacht habe. Bürgermeister Bott habe bereits im Jahre 2006 erste Anstrengungen unternommen um die entsprechenden Landesmittel zu aktivieren, aber es habe dann wegen politischer Entscheidungen auf Landesebene noch bis zum Jahre 2011 gedauert, bis die Förderung für Gemünden genehmigt worden sei. Das Land Hessen, so Kohlhammer weiter, fördere den SILEK-Prozess mit 75 % der Kosten. Er rief dazu auf, dass sich die Bürger in den Prozess einbringen und aktiv mitarbeiten um am Ende konkrete Projekte zu benennen, die dann auch umgesetzt werden können, dabei werde dann eine mögliche Förderung durch Bund, Land oder EU geprüft. Er betonte die Kreativität des Prozesses, in dem die Bürger festlegen was ihnen wichtig ist und was das Leben im ländlichen Bereich lebenswerter macht.

Dipl.Ing.‘in Beatrix Ollig vom Büro Grontmij, das mit der fachlichen Durchführung des SILEK-Programms von der Gemeinde beauftragt wurde, stellte im weiteren Verlauf das Programm näher vor und erläuterte dessen Inhalte. Dabei gab sie umfassende Erläuterungen zu den drei Hautthemenbereichen, mit denen man sich innerhalb des Programms beschäftigen wird. Dies sind die Bereiche Agrarstruktur (incl. Landschaftspflege), Freizeit und Naherholung, sowie Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz. Unterstützt von zwei weiteren Mitarbeitern des Fachbüros wurden die Themengebiete näher beleuchtet und bereits im Rahmen des vorbereitenden Workshops eingebrachte Hinweise und Anregungen vorgestellt. Dieses Sammeln von Ideen und möglichen Projekten, von Wünschen, Anregungen und Vorstellungen stand danach im Mittelpunkt einer lockeren Gesprächsrunde, die unter der Überschrift „Marktplatz der Ideen“ stand. Dazu hatten alle Besucher der Veranstaltung Gelegenheit ihre Ideen zu den drei Hauptthemenbereichen zu formulieren. Sie wurden an eigens bereitgestellten Pin-Wänden gesammelt und werden im weiteren Verlauf des SILEK-Prozesses in die drei Arbeitskreise eingebracht. Im Rahmen der Ideensammlung gab es reichlich Gelegenheit sich mit den anwesenden Fachleuten zu unterhalten, sich auszutauschen oder auch konkret zu Ideen nachzufragen.

Nach „Schließung des Marktplatzes“ wurden die sehr zahlreich gesammelten Ideen von den Mitarbeitern des Planungsbüros Grontmij noch einmal zusammengefasst. Alle formulierten Ideen, Wünsche und  Anregungen werden im weiteren Verlauf in die drei Arbeitskreise eingebracht und dort in der Folge dann bewertet. Erste Schwerpunkte bei der Ideensammlung ließen sich beispielsweise in Bezug auf das Feldwegenetz erkennen (Anbindungen, Lückenschlüsse, Erhaltung), aber auch in Bezug auf gewünschte Radwege, auf Wanderwege, verbunden mit der Einbindung von Denkmälern oder besonderen Landmalen. Ein deutlich erkennbarer Schwerpunkt auch der Hochwasserschutz, wobei natürlich die in Gemünden bekannten Problembereiche aufgeführt wurden, wo es immer wieder in regelmäßigen Abständen zu Überflutungen kommt. Also insgesamt ein breit gefächertes Feld, wobei sich einzelne Ideen und Wünsche gleich mehreren Themenbereichen zuordnen lassen. Das Fachbüro wird alle Ideen in den nächsten Tagen auflisten und zusammenstellen, so dass keine Idee verloren geht und sich die Arbeitskreise in den kommenden Wochen unter fachkundiger Begleitung damit befassen können. 

Diese Arbeitskreise werden sich bereits Ende November, Anfang Dezember treffen und damit dann ihre Arbeit aufnehmen. Erfreulich war auch die Tatsache, dass sich bereits zahlreiche der anwesenden Bürger zu einer Mitarbeit in den unterschiedlichen Arbeitskreisen bereiterklärt haben. Ausdrücklich wurde aber darauf hingewiesen, dass die Arbeitskreise offen sind, sich also jederzeit interessierte Bürger daran beteiligen und sich damit jederzeit aktiv in den Entwicklungsprozess einbringen können. Zu den jeweiligen Treffen der Arbeitskreise wird dementsprechend auch öffentlich eingeladen. Der Arbeitskreis Agrarstruktur (incl. Landschaftspflege) wird sich nach den Worten der Referenten am Mittwoch, den 21.11.2012 (Beginn 19:30 Uhr) treffen, der AK Freizeit und Naherholung hat sein erstes Treffen am 28.11.2012 (Beginn 19:00 Uhr), sowie der AK Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz am Mittwoch, den 05.12.2012 (Beginn 19:00 Uhr). Die jeweiligen Treffpunkte werden in der öffentlichen Einladung noch benannt, so war weiter zu erfahren, diesbezüglich sind noch Absprachen notwendig.

Zum Veranstaltungsende ergriff noch einmal Bürgermeister Lothar Bott das Wort, wobei er allen Anwesenden für die engagierte Mitarbeit dankte und nochmals ausdrücklich darauf hinwies, dass es sich bei SILEK um einen ergebnisoffenen Prozess handelt. Was deutlich mache, dass jederzeit noch Ideen eingebracht und Lösungsvorschläge erarbeitet werden können. Man könne also heute noch nicht sagen, was am Ende für Maßnahmen erarbeitet und letztendlich auch umgesetzt werden sollen und damit in die Förderung kommen.

Ausdrücklich hingewiesen wurde auch auf die Möglichkeit sich bei der Gemeinde (Bauverwaltung), beim beauftragten Planungsbüro oder aber auch auf der Internetseite der Gemeinde zu informieren, wo man für SILEK einen eigenen Informationsordner eingerichtet habe. (Fotos: ek)

Einladung zur Auftaktveranstaltung SILEK

Gemünden (ek). Die Gemeinde Gemünden (Felda) lädt alle Bürgerinnen und Bürger zur Auftaktveranstaltung des SILEK Gemünden (Felda) ein und fordert zur aktiven Mitgestaltung im SILEK-Prozess auf.

Der von der Gemeinde ins Leben gerufene SILEK-Prozess mit den Schwerpunktthemen „Agrarstruktur incl. Landschaftspflege)“, „Freizeit und Naherholung“ sowie „Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz“ wird nun mit einer öffentlichen Auftaktveranstaltung gestartet. Hinter SILEK verbirgt sich ein Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept mit räumlichem und thematischem Schwerpunkt. In diesem Prozess werden Perspektiven entwickelt und konkrete Maßnahmen formuliert, die der Verbesserung der Agrarstruktur sowie der Sicherung und Weiterentwicklung der Gemeinde als Lebens-, Arbeits-, Erholungs- und Naturraum dienen.

Das SILEK wird in enger Kooperation mit der Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation, den zuständigen Fachbehörden und örtlichen Experten sowie dem beauftragten Büro Grontmij (Koblenz) entwickelt. Darüber hinaus ist aber insbesondere die Mitarbeit der Gemündener Bürgerinnen und Bürger gefragt, die sich in Arbeitskreisen und Projektgruppen einbringen können.

Die Gemeinde Gemünden (Felda) lädt alle Interessierten zur öffentlichen Auftaktveranstaltung am Dienstag, dem 30. Oktober 2012 um 19.00 Uhr
in das DGH nach Burg-Gemünden ein.

Im Rahmen der Auftakt-Veranstaltung wird über den Ablauf des SILEK-Prozesses informiert und erste Überlegungen aus einem Vorbereitungsworkshop vorgestellt. Im zweiten Teil der Veranstaltung haben alle Teilnehmer die Möglichkeit, in einem offenen „Markt der Ideen“ ihre Anregungen und Ideen einzubringen und diese zu diskutieren.

Alle Interessierten sollten die Gelegenheit nutzen, sich auf der Auftaktveranstaltung zu informieren und ihre Ideen beizusteuern. In den drei Themenschwerpunkten geht es unter anderem um folgende Fragestellungen:

„Agrarstruktur (incl. Landschaftspflege)“, „Welche Entwicklungsabsichten, Wünsche oder Probleme haben die Landwirte?“, „Wie werden die Flächenstrukturen aus landwirtschaftlicher Sicht bewertet?“, „Gibt es Verbesserungsbedarf beim Wegenetz? (Ausbau oder auch Rückbau)“, „Welche Flächen eignen sich für eine ökologische Aufwertung?“. „Freizeit und Naherholung“, „Wie kann das Wanderwegeangebot verbessert werden?“, „Wo sind Lückenschlüsse bei Radwegeverbindungen sinnvoll?“, „Wie kann die Landschaft besser erlebbar gemacht werden?“. „ Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz“, „In welchen Gewässerabschnitten besteht Entwicklungsbedarf?“, „Wo gibt es akute Hochwasserprobleme und wie kann diesen begegnet werden?“, „Wie kann Gewässerentwicklung gleichzeitig zum Hochwasserschutz beitragen?“.

 

Für Rückfragen zum SILEK stehen die Ansprechpartner bei der Gemeindeverwaltung bzw. dem beauftragten SILEK-Büro Grontmij GmbH zur Verfügung. Gemeinde Gemünden (Felda): Iris Rohrbach, 06634-9606-20, bauamt(at)gemuenden-felda.de, Grontmij GmbH: Beatrix Ollig 0261-30439-41, beatrix.ollig(at)grontmij.de, sowie Harald Wedel 0261-30439-27, harald.wedel(at)grontmij.de

 

Vorbereitungsworkshop SILEK

Das Foto entstand bei dem Workshop im DGH von Otterbach. (Foto: ek).

Gemünden/Otterbach (ek). Angelaufen ist inzwischen mit einem ersten Vorbereitungsworkshop der von der Gemeinde Gemünden ins Leben gerufene SILEK-Prozess mit den Schwerpunktthemen „Agrarstruktur (incl. Landschaftspflege)“, „Freizeit und Naherholung“ sowie „Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz“. Hinter SILEK verbirgt sich ein Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept mit räumlichem und thematischem Schwerpunkt. In diesem Prozess werden Perspektiven entwickelt und konkrete Maßnahmen formuliert, die der Verbesserung der Agrarstruktur sowie der Sicherung und Weiterentwicklung der Gemeinde als Lebens-, Arbeits-, Erholungs- und Naturraum dienen. In einem vorbereitenden Workshop unter Beteiligung von Experten der das Projekt begleitenden Fachfirma und bestimmten „Schlüsselpersonen“ aus der Gemeinde gab es noch einmal vielfältige Informationen zu den Themeninhalten und dem zukünftigen „Fahrplan“ in Sachen SILEK.

Bürgermeister Lothar Bott, der die Teilnehmer zu Beginn der Veranstaltung begrüßte, drückte seine Freude darüber aus, dass nach langer Bewerbungsphase jetzt das SILEK Gemünden/Felda bewilligt sei. Das Konzept solle die Gemeinde voranbringen und auf Basis einer breiten Bürgerbeteiligung gemeinsam Entwicklungsziele und –projekte definieren. Dabei solle nicht kurzfristig, sondern mit Blick auf die nächsten 10 – 20 Jahre gedacht werden. Bott führte ferner aus, dass der Herbst eine gute Zeit für den Auftakt des SILEK sei, da insbesondere die Landwirte jetzt mehr Zeit einbringen könnten. Bott schloss seine Ausführungen mit dem Hinweis, dass die Erarbeitung des Konzeptes vom Land Hessen gefördert und vom Fachbüro Grontmij aus Koblenz begleitet und moderiert wird.

Der Vorbereitungsworkshop dient erforderlichen internen Vorgesprächen mit wichtigen Teilnehmern von der Gemeinde. Mit einer öffentlichen Auftaktveranstaltung Ende Oktober sei SILEK dann grundsätzlich offen für alle Interessierten.

Einleitende informierte Harald Wedel vom Büro Grontmij die Anwesenden über den Rahmen und die Ziele des SILEK und erläuterte zudem den geplanten Ablauf des gesamten Prozesses. Danach bringt SILEK für die Gemeinde einen erwarteten Vorsprung im regionalen Wettbewerb, ermöglicht einen besseren Zugang zu Fördermitteln und bringt auch Impulse für die Weiterentwicklung der Gemeinde. Das Programm sei zudem eine gute Basis für direkte Projektrealisierung und führe erfahrungsgemäß zu einer deutlichen Stärkung des Miteinanders von Verwaltung, Politik, Fachleuten und Bürgern. Als Entscheidungs- und Steuerungsgremium wird innerhalb des Programms eine Lenkungsgruppe eingesetzt. Diese bespricht Zwischenergebnisse und legt die nächsten Schritte fest. Dabei kommt dem beauftragten Fachbüro eine wichtige Aufgabe in den Gesprächsvorbereitungen zu. In fünf bis sechs Treffen werden sich dann die Kernmitglieder, später ergänzt durch die noch zu benennenden Arbeitskreismitglieder, zusammensetzten und das Programm voranbringen. In der Lenkungsgruppe werden neben dem Bürgermeister und Iris Rohrbach von der Bauverwaltung der Gemeinde, alle Fraktionen des Gemeindeparlamentes mit jeweils einem Vertreter, das Planungsbüro, sowie die beteiligten Fachbehörden vertreten sein. Die Arbeitskreise (AK) werden zu den drei thematischen Hauptthemenfelder entstehen, also Agrarstruktur (incl. Landschaftspflege), Freizeit und Naherholung, sowie Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz. Die AK bestehen aus Experten und Bürgern der Gemeinde, sie sind offen für alle Interessierten und ihre Aufgabe wird darin bestehen Projektvorschläge zu erarbeiten.

Nach dem nun erfolgten, vorbereitenden Workshop sieht der Zeitplan für SILEK vor, dass Ende Oktober eine öffentliche Auftaktveranstaltung stattfinden wird. In ihr werden die Bürger der Gemeinde umfassend informiert und auch erste Beteiligungen festgelegt. Die zu bildenden AK werden sich dann zwei bis dreimal in den Monaten November/Dezember treffen. Zusätzliche Projektgruppen, bestehend aus Bürgern der Gemeinde und Fachleuten, entwickeln dann in den Folgemonaten bis April des kommenden Jahres Maßnahmenvorschläge. Die Ausarbeitung der Projekte in Abstimmung mit der Lenkungs- und den Projektgruppen ist für April bis Juni 2013 vorgesehen. Schließlich wird es dann im Sommer des kommenden Jahres zu einer Abschlussveranstaltung kommen bei der die Ergebnisse vorgestellt werden und der Übergang zur weiteren Umsetzung erfolgen kann.

Im Rahmen des Workshops gaben in der Folge Harald Wedel und Beatrix Ollig vom Fachbüro zu den drei Themenschwerpunkten Informationen weiter und erläuterten zugleich auch mögliche Fragestellungen. Im Plenum diskutiert kam es zu weiteren Hinweisen und Anregungen, die entsprechend aufgenommen wurden.

Bezüglich der Agrarstruktur sind danach mögliche Fragestellungen in Bezug auf Entwicklungsabsichten, auf Wünsche und Probleme von Landwirten zu sehen, ebenso wie eine Bewertung der Flächenstrukturen aus landwirtschaftlicher Sicht erfolgt. Aber auch die Fragen nach Verbesserungs- und Anpassungsbedarf beim Wegenetz (Ausbau oder Rückbau) sollten einfließen, ebenso wie mögliche Maßnahmen in Schutzgebieten oder die Frage nach Flächen die sich für eine ökologische Aufwertung eignen.

Zu dem Thema Freizeit und Naherholung wurde die Verbesserung des Wanderwegeangebotes ebenso angesprochen, wie Radwegeverbindungen. Eine wichtige Frage dabei auch, wie die vorhandene Naturausstattung erlebbar gemacht werden kann. Aus dem Plenum kamen darüber hinaus Anregungen und Hinweise in Bezug auf die Ortsteilsverbindungen im Rad- und Wanderwegenetz, aber auch auf eine Orientierung mehr in Richtung Ohmtal – Homberg anstatt Richtung Hoher Vogelsberg. Dabei folgte auch der Hinweis, dass der Wegezustand wichtiger sei als die Beschilderung.

Bezogen auf die Gewässerentwicklung und den Hochwasserschutz geht es um den Entwicklungsbedarf bei einigen Gewässerabschnitten, aber auch um die Frage nach akuten Hochwasserproblemen und entsprechenden Maßnahmen, die möglich wären, um die Hochwassergefahren zu minimieren.

Zum Abschluss des Workshops erfolgte ein kurzer Ausblick auf die nächste SILEK Veranstaltung, die sogenannte Auftaktveranstaltung, die am 30. Oktober um 19:00 Uhr im DGH Burg-Gemünden stattfinden wird. Diese Veranstaltung wird öffentlich sein und sich an alle interessierten Bürger richten. Im Anschluss an dieses Treffen sollen möglichst noch Ende November die ersten Treffen der drei thematischen Arbeitskreise abwechselnd in verschiedenen Ortsteilen stattfinden. Termine dazu werden noch festgelegt.

Zum Abschluss des Treffens in Otterbach dankte Bürgermeister Bott allen Teilnehmern für ihr Kommen und die konstruktive Mitarbeit. Nach seiner Einschätzung habe die Diskussion und Aussprache gezeigt, dass ein Schwerpunkt im Bereich landwirtschaftliches und touristisches Wegenetz zu erkennen sei, wobei aber auch deutlich werde, dass die Themenfelder des SILEK miteinander korrespondieren. Beim Thema Tourismus und Naherholung sollte nach Einschätzung von Bott der Fokus auf Angebote für die eigene Bevölkerung gerichtet werden.           

Schließlich lud der Bürgermeister alle Teilnehmer zur anstehenden Auftaktveranstaltung nach Burg-Gemünden ein und bat darum das Thema SILEK weiter bekannt zu machen, darüber zu sprechen und weitere Bürger zur Mitwirkung zu animieren.