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Ausbildung

Am heutigen Tag gratulieren wir gleich drei Kameraden aus Gemünden Felda,
die erfolgreich an einem Truppführerlehrgang teilgenommen haben.

Neben einigen Theoriestunden beinhaltete der Lehrgang auch einen umfangreichen Praxisteil.

03.11.2018

Brandschutzerziehung in der Mädchenwohngruppe „FaM“


Gemünden-Ehringshausen (eva). Die Angst vor Feuer zu nehmen, aber gleichzeitig auch, insbesondere Kindern, den nötigen Respekt im Umgang mit dem Feuer zu vermitteln, dieser wichtigen Aufgabe widmet sich die Brandschutzerziehung. In Gemünden ist es seit Jahren in erster Linie Stefan Wehrwein, der im Kindergarten und in der Grundschule den Kindern die Aufgaben der Feuerwehr näherbringt und darüber informiert wie gefährlich Feuer sein kann und wie man sich zu verhalten hat, wenn es tatsächlich einmal brennt.

Kürzlich nun fand auch eine Brandschutzerziehung in der vom Marburger St. Elisabeth-Verein geführten Mädchenwohngruppe „FaM“ in Ehringshausen statt. Wiederum war es Stefan Wehrwein, der mit Unterstützung von David Laubinger und Lukas Wehrwein, im Beisein von Gruppenleiterin Judith Klein und den Erzieherinnen den   Kindern anhand von Beispielen und Übungen den sicheren Umgang mit Feuer näherbrachte. 

Die richtigen Entscheidungen in einer Notsituation zu fällen, ist selbst für Erwachsene keine Selbstverständlichkeit. Für Kinder, auf die Feuer sehr faszinierend wirkt, ist es daher besonders wichtig, dass sie schon früh lernen in der Not instinktiv richtig zu handeln.  Und genau da setzt die Brandschutzerziehung im jungen Alter an.

So lernten die Kinder anhand von Rollenspielen mit dem Telefon, was alles beim Absetzten eines Notrufes zu beachten ist, damit die Rettungskräfte schnellstens vor Ort sein können. Es wurde vermittelt, dass auch bei schlechtem Handyempfang der Notruf trotzdem funktioniert, wie wichtig die Beantwortung der W-Fragen ist: Wer meldet? Wo geschah es? Was ist geschehen? Wie viele Verletzte? Und auch „Warten auf Rückfragen“ und, dass man niemals selber auflegen, sondern warten soll, bis die Rettungsleitstelle das Gespräch beendet.

Die Feuerwehrleute erklärten viele Verhaltensregeln, damit Brände möglichst vermieden werden. So unter anderem auch, dass selbst achtlos weggeworfene vermeintlich leere Batterien in Sekundenbruchteilen einen Brand verursachen können, wenn sie beispielsweise mit Stahlwolle in Berührung kommen.

Ein gefahrloser Umgang mit Kerzen und Streichhölzern wurde praktisch geübt und dabei vermittelt, dass man zur Sicherheit nur ganze Streichhölzer verwenden und diese stets vom Körper weg anzünden soll, dass auf langes Haar besonders geachtet werden muss und Streichhölzer   immer ausgeblasen und nicht ausgeschüttelt werden sollten.

 

Die Kinder lernten das richtige Verhalten beim Verlassen der Räume und des Gebäudes im Notfall. Dazu gehörte insbesondere Fluchtwege beachten, sich bemerkbar machen, sich nicht verstecken, sondern wenn möglich am Boden kriechend den verrauchten Raum verlassen, oder sich am Fenster bemerkbar machen, niemals nach oben zu laufen, wenn es brennt, da der Rauch immer nach oben steigt.

Wie wichtig es ist, den Kindern zu vermitteln, im Brandfall auch alles im Zimmer zu lassen, wurde deutlich, als sofort Protest kam, dass dazu auch die geliebten Kuscheltiere gehören. Jedoch waren die Mädchen beruhigt, dass die Hauskatze „Rayo“, die während der gesamten Aktion zugegen war, auch gerettet wird.

Im Rahmen einer Vorführung mit dem „Rauch-Haus-Modell“ wurde anschaulich demonstriert, wie schnell sich der giftige und lebensgefährliche Qualm im Gebäude ausbreiten kann und wie wichtig ein Feuermelder, der rechtzeitig warnt, in der Wohnung ist.

Das Verlassen des Hauses, eventuell auch über den Notausstieg und die Außentreppe sowie das Sammeln im Hof des Nachbarhauses, das etwas von der Straße abliegt, wurde ebenfalls erörtert.

Den Nachbarhof im Ernstfall als Sammelplatz zu nutzen, war während einer Begehung des Mädchenwohnheims durch die Gemeindebrandinspektoren und Führungskräfte der Ortsteilfeuerwehren Anfang Dezember vereinbart worden. Auch ist vorgesehen einmal eine Großübung im Bereich des Wohnheims in Ehringshausen durchzuführen.

 

Damit die Kinder keine Angst vor Einsatzkräften in voller Montur bekommen, legte Lukas Wehrwein zum Abschluss der Brandschutzerziehung eine komplette Ausrüstung mit Atemschutz an. Den Kindern wurde erläutert, warum diese Schutzkleidung wichtig ist und was alles dazu gehört.  Auch durfte, wer wollte, selbst einmal eine Brandschutzhaube aufsetzen.

„Die Kinder und Jugendlichen waren aufmerksam und mit Begeisterung dabei“, so Stefan Wehrwein, der auf Anfrage auch noch über die Gemündener Feuerwehren informierte.

Zum Abschluss wurden „Kinderfinder“ verteilt.

Wenn es brennt, können Minuten über Leben und Tod entscheiden. Kinder gehören bei einem Brand zu den Schwächsten. Sie sind oft so verängstigt, dass sie sich vor den Flammen verstecken und nicht selbst auf sich aufmerksam machen. Um besser feststellen zu können, ob und wo sich bei einem Brand noch Kinder im Gebäude befinden, wurde zusammen mit der Arbeitsgruppe Brandschutzerziehung des Hessischen Landesfeuerwehrverbandes ein sogenannter „Kinderfinder“ entworfen. Der Kinderfinder wurde speziell auf einer stark reflektierenden Folie erstellt. Das etwa acht Zentimeter hohe neongelbe „Warndreieck“ zeigt ein symbolisiertes Kind mit Teddy. Es kann leicht von der Trägerpostkarte gelöst und an jede Kinderzimmertür angebracht werden. Da Brandrauch aufsteigt, sollte sich der Kinderfinder im unteren Drittel der Tür befinden. Der Rettungstrupp erhält so einen wichtigen Hinweis, dass sich hinter dieser Tür womöglich noch ein Kind befindet.

Aufkleber „Kinderfinder“
Stefan Wehrwein demonstriert anhand des Rauch-Haus-Modells die schnelle Rauchentwicklung.
Von links: Stefan Wehrwein, Lukas Wehrwein in einer kompletten Ausrüstung mit Atemschutz und Bildmitte David Laubinger. Den Kindern wurde erläutert, warum diese Schutzkleidung wichtig ist und was alles dazu gehört.